Letztens ist es mir wieder deutlich geworden: wenn man etwas wissen will im Internet, ist Wikipedia die deutlich bessere Quelle als die Suchmaschine von Google. Die Informationen sind von hoher Qualitär und zielgerichtet, und es gibt eine normalerweise eine gut gepflegte Liste von weiterführenden Links, die deutlich tiefer in die Materie führen.
Google dagegen bringt oft sinn-lose Sammlungen von Werbung, die gleichen hundertfach kopierten Pressemitteilungen ohne wirklichen Inhalt, und oft genug tote Links.
In der Zwischenzeit versuche ich es meistens entweder parallel in Google und Wikipedia oer direkt nur mit Wikipedia. Das geht übrigens nicht nur mir so, sondern auch einigen Bekannten.
Donnerstag, November 30, 2006
Wikipedia - das neue Google ?
Dienstag, November 28, 2006
Computerwoche-Newsletter und Usability
Vor einiger Zeit habe ich mich für einige Newsletter der Computerwoche registriert. Das Abonnieren der Newsletter war ganz einfach: aus einer Übersichtliste einfach die passenden ausgewählt, Empfänger-eMail eingeben, einmal abspeichern und fertig.
Kurz darauf fand ich DAS in meinem Posteingang:
Ein Opt-In für Newsletter ist ja üblich und durchaus sinnvoll. Aber das für JEDEN der Newsletter (die über eine einzelne Aktion abonniert wurden) eine eigene Bestätigungs-Email versendet wurde, die dann auch noch JEDE EINZELN bestätigt werden musste ... aus Usability-Sicht etwas daneben.
Labels: Usability
Hornbach's Guerilla-Marketing
Seit einiger Zeit rege ich mich über den Werbespot von Hornbach auf. Dieser Pseudo-Doku-Stil, der direkt aus youtube zu stammen scheint: unscharf, schlechte Kamera-Führung, keine Schnitte, und die Stimmen aus dem Off "Nee, der lebt!" ist ja noch ganz lustig.
Aber dann habe ich mir das ganze mal etwas genauer angesehen. Ganz am Anfang und ziemlich versteckt wird die Domain des vermeintlichen Motorrad-Artisten www.ronhammer.com gezeigt. Und dieser Auftritt erweckt den Eindruck eines real existierenden Stuntman, dort wird mit keinem Wort mehr erwähnt, das es sich nur um eine Kunst-Figur handelt. Nun gut, selbst das könnte ich noch verkraften, sowas hat's ja auch schon früher gegeben, bei Zomtec war das aber deutlich lustiger.
Um den 'realen' Anstrich zu verstärken, hat aber jemand auch (erfolglos) versucht, einen entsprechenden Eintrag in die Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ron_Hammer einzutragen. Glückerweise wurde das schnell entdeckt, und der Eintrag gesperrt.
An dieser Stelle habe ich dann einen gewissen ... Abscheu vor dieser Art des Guerilla-Marketings bekommen. Da kann ich nur sagen: Hornbach, schämt euch.
Labels: Guerilla-Marketing, Wikipedia
"Phishmarkt" oder "Die Rückkehr des Prangers"
Der "Phishmarkt" bietet eine erschreckend umfangreiche Liste von Websites, bei denen Cross Site Scripting (XSS) möglich ist. Entsprechende Demos zeigen, wie mit einem per XSS eingebundenen IFRAME Nutzern ein gefälschter Login-Dialog angezeigt werden kann ... die URL stimmt, das Zertifikat stimmt, alle die Dinge, die einem Nutzer die Unterscheidung zwischen realen und gefälschten Seiten ermöglichen sollen.
Was mich besonders erschreckt ist die lange Liste von Banken, die betroffen sind. Gerade dort sollten die Verantwortlichen doch wissen, was mit solchen Lücken angerichtet werden kann. Erste reale Angriffe unter Ausnutzung von XSS hat es ja bereits gegeben.
Das Anprangern klappt aber teilweise ganz gut: gerade die Banken sind (im Allgemeinen) recht schnell mit dem Beseitigen der XSS-Lücken sind. Mit einigen unrühmlichen Ausnahmen: einige Lücken sind seit einem Jahr gelistet ... und funktonieren immer noch.
Montag, November 27, 2006
Blogger.com jetzt (nur noch?) mit GMail-Account
Google konsolidiert seine Dienste: Blogger.com bietet seinen Nutzern jetzt eine Authentifizierung per GMail-Account. Die Umstiegs-Möglichkeit bietet unter beta.blogger.com ein paar nette zusätzliche Möglichkeiten (Drag&Drop für Template-Bearbeitung, Privacy-Einstellungen, ..) ... und keinen Rückweg. Wenn man einmal auf einen GMail-Account umgestellt hat, geht's nicht wieder zurück. Neue Nutzer werden zukünftig wohl nur noch mit einem GMail-Account mitmachen können.
Ähnliches hat Yahoo mit Flickr ja auch schon vorgemacht: bei flickr kann man sich auch nur noch mit seiner Yahoo!ID neu anmelden, und die Alt-Anmeldung ist zwischenzeitlich gut versteckt und nur nach mehreren Klicks erreichbar
Montag, November 20, 2006
"Second Life": virtuelles Leben wird realer
Einige Bekannte schwärmen seit einiger Zeit von Second Life. In der letzten Zeit geht ja einiges zu diesem Thema durch die Blogs und Online-Welt, und mehr und mehr große Firmen erscheinen in Second Life. Doch eine andere Gruppe ist in den letzten Tagen ebenfalls vermehrt in Erscheinung getreten: die 'bösen Jungs' sind da!
Am 15. stand bei heise.de ein Bericht über das Programm CopyBot:
Mit CopyBot können Nutzer der virtuellen Welt beliebige Kopien der Gegenstände von Second Life anlegen – und zwar ohne das Einverständnis ihrer Eigentümer.Nur zur Klarstellung: die virtuellen Linden-Dollars aus Second Life lassen sich auch in reale Währung umtauschen, der aktuelle Umtauschkurs ist (gerüchteweise) etwa 1 Linden-Dollar = 0,004 US-Dollar. Auch bei eBay finden sich diverse Angebote zum Kauf virtuellen Geldes. Ein kopierter Gegenstand kann weiterverkauft so einige US-Dollar wert sein. Im realen Leben nennt man das Diebstahl oder Betrug. Anscheinend lohnt sich das virtuelle Stehlen mittlerweile.
Das unerwünschte Kopieren ist nicht nur ärgerlich für die Besitzer selbst erschaffener Güter, sondern könnte auch das Wirtschaftssystem des stetig wachsenden "Metaversums" durcheinander bringen: In Second Life lassen sich Waren und Dienstleistungen kaufen und verkaufen. Gezahlt wird mit einer eigenen Währung – den Linden-Dollar. Nutzer, die sich stattdessen ihre Habseligkeiten zusammenkopieren, dürften sich damit wenig virtuelle Freunde machen.
Die zweite Meldung von heute: "Wurm dringt in virtuelle Spielewelt 'Second Life' ein"
Die virtuelle Online-Welt "Second Life" ist von einem digitalen Wurm attackiert worden, wie der Betreiber Linden Labs in seinem Blog schreibt. Der Grey Goo genannte Wurm soll Nutzerberichten zufolge rotierende goldene Ringe in der Spielewelt platziert haben.Realer Schaden scheint da noch nicht entstanden zu sein. Aber Second Life scheint dann doch schon doch ein interessantes Ziel für's Defacement zu sein. Und Angriffs-Szenarien, bei denen solche Würmer Viren oder Keylogger über virtuelle Welten auf reale Computer transportieren, kann man sich schon ausdenken.
Grey Goo soll dabei eine erhebliche Last auf den Datenbanken der Spielewelt erzeugt haben, in dessen Folge sich sämtliche Aktivitäten in der virtuellen Realität verlangsamten. Linden Labs sperrte daraufhin für eine halbe Stunde alle Logins, um die Welt vom Wurm und den Ringen zu befreien.
Stellt sich die Frage: wie sicher ist Second Life eigentlich gegenüber einem Buffer Overflow ?
Labels: Second Life, Security
CW: Internet für Neckermann wichtiger als Katalog
Aus der Computerwoche: für den Versandhändler Neckermann ist das Internet wichtiger als der klassische Katalog geworden. In der Zwischenzeit wird über den Internet-Shop mehr Umsatz erzielt als über den Katalog. Und 70% aller Neukunden werden über den Internet-Auftritt gewonnen.
Kaum zu glauben, das manche Firmen das Internet immer noch so stiefmütterlich behandeln, und das Potenzial anscheinend völlig verkennen.
Mittwoch, Oktober 04, 2006
Phishing leicht gemacht
BVWD: "Web 2.0 löst lange existierende Hoffungen und Versprechen der Internetwirtschaft ein"
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft BVDW hat mögliche Anwendungsmöglichkeiten von Web2.0 für Unternehmen untersucht.
BVDW-Experten ... sehen mit zunehmender Reichweite der verschiedenen Web2.0-Anwendungen lange existierende Hoffungen und Versprechen der Internetwirtschaft eingelöst. Weblogs, Videoblogs, RSS-Feeds & Co. - von vielen momentan noch als Phänomen unter Insidern und „Heavyusern“ abgetan, wird nach Meinung von BVDW-Gesamtvorstand Andrea Schulz und Jörg Rensmann ... nach und nach Einzug in die Kommunikationsstrategien der Unternehmen halten.Besonders die Auswirkungen des "User generated Content" stellen aber erhebliche Anforderungen an die Unternehmen. Das klassische Content-Paradigma "Firmen stellen Content bereit und User lesen diesen" wird bereits heute durchbrochen. Über Wikis, Blogs, YouTube, usw. kann bereits heute jeder Nutzer eigenständig Content erstellen.
Unternehmen werden sich mittelfristig darauf einstellen müssen, dass sie die Kontrolle über ihr öffentliches Bild nicht behalten können. Sie können lediglich Plattformen anbieten, um den Überblick zu behalten und sich in die Kommunikation von Kunden, potentiellen Kunden oder Nicht-Kunden einzuklinken. Letztlich werden sie lernen müssen, transparent und ehrlich mit der Öffentlichkeit umzugehen.Darauf sind aus meiner Erfahrung die meisten Firmen noch überhaupt nicht eingestellt. Hier ist immer noch die Vorstellung in den Köpfen "Der User kommt zu uns und liest, was wir ihm präsentieren". Das ist mehr und mehr vorbei, wenn Unternehmen den Nutzer noch erreichen wollen, müssen sie ihren Content dorthin bringen wo der User ist.
Darüber hinaus wird das Internet immer noch als ein weiterer Kommunikationskanal wie die anderen ("Fernseh-Werbung, Radio-Werbung, Print-Werbung, Internet") wahrgenommen. Ich habe auch noch in der letzten Zeit genug Werbekampagnen gesehen, die von der Print-Werbung 1:1 ins Internet übertragen worden sind. Das dies kein Einzelfall ist, können die Experten des BVDW bestätigen:
Wer angesichts dieser Tatsache immer noch auf Einbahnstraßenkommunikation setzt und seine Werbebotschaften aus TV- oder Printmedien eins zu eins ins Internet überträgt, der hat das Medium nicht verstanden und von dem fühlen sich die Internetnutzer, also letztlich seine Kunden, missverstanden.Zum guten Schluß noch ein Zitat:
„Web 2.0 ist eine Haltung und keine Technologie“
Montag, Oktober 02, 2006
Geldautomaten umprogrammiert
Gerade gefunden: in Amerika hat ein Hacker es geschafft, Geldautomaten umzuprogrammieren. Die Geldautomaten waren danach der Meinung, statt der 20-Dollar-Scheine nur 5-Dollar-Scheine zu haben. Ergebnis: die vierfache Auszahlung.
Wie kann man so etwas machen? Nun, die Manuals der betroffenen Geldautomaten mit den Programmier-Anleitungen sind im Internet zu finden. Mit genauen Anweisungen, wie man über eine spezielle Code-Eingabe auf der Tastatur in der Operator-Modus kommt. Dazu wird natürlich ein Passwort verlangt ... aber das werksseitige Default-Passwort steht natürlich auch im Handbuch, mit der dringenden Empfehlung, dieses Passwort möglichst zu ändern ... ich muß wohl nicht mehr erzählen.
Aufgefallen ist das Ganze nur, weil der Hacker es 'vergessen' hat, dieProgrammierung zurückzunehmen. Erst neun Tage später hat eine Kundin das großzügige Verhalten des Geldautomaten gemeldet. Wieviele Kunden in der Zwischenzeit zuviel Geld erhalten haben ....
Sonntag, September 24, 2006
Online-Musik-Shop für alle Player und ohne DRM
Akuma.de bietet einen Online-Musik-Shop mit einer interessanten Eigenschaft: die Songs gibt es als MP3, ohne DRM und sonstigen Kram ... damit also auch ohne Umwege lauffähig auf allen Playern. Momentan vor allem mit Independant-Titeln, aber ein paar große bekannte Interpreten wie Simply Red oder Deep Purple sind schon dabei.
Währenddessen verlieren sich Apple und die gesammelte Konkurrenz in proprietären Grabenkämpfen und schliessen die jeweils anderen Nutzer aus ihrem Online-Shop aus. Apples Musikformat AAC läuft nur auf iPods, die Songs der gesammelten Konkurrenz gibt es als WMA, was wiederum auf einem iPod nicht geht.
Eine Übertragung der in beiden System gekauften (!) Songs z.B. weitere Systeme für das Autoradio oder die heimische Stereo-Anlage ist nur mit erheblichen technischen Tricks (Brennen auf CD und erneutes Rippen) möglich: für die meisten Anwender viel zu kompliziert.
Die meisten Firmen, die in der Vergangenheit etwas ähnlich proprietäres versucht haben, gibt es in der Zwischenzeit nicht mehr ...
Freitag, September 15, 2006
"Web 2.0 Companies für Dummies"
Habe grade bei emptybottle.org die einfache Anleitung gefunden, wie man erfolgreich eine Web2.0-Firma gründet:
- Erzeuge mit dem Web 2.0 Bullshit Generator™ Web2.0-kompatiblen Bullshit
- Der Buzzphrase Generator liefert passende "Catch-Phrases" dazu
- Bei Andrew Woolridge's Web 2.0 Company Name Generator kann man den passenden Firmen-Namen und ein Geschäftsmodell erzeugen
- Mit dem Web 2.0 Logo Generator noch ein schönes passendes Logo (natürlich mit BETA) erzeugen.
Klar, nur eine Satire ... oder ?
Freitag, August 25, 2006
Writely nimmt neue User an
Writely hat nach langer Zeit wieder 'aufgemacht' und nimmt neue Reservierungen an. Ich war leider etwas zu spät, um mich noch vor der Übernahme durch Google anzumelden und habe die letzten Monate gespannt darauf gewartet, das wieder neue Nutzer angenommen werden.
Zusammen mit Google Spreadsheets und Google Calendar nimmt die 'Google Office Suite' langsam Gestalt an.
Montag, August 21, 2006
ZD-Net: Blog feeds may carry security risk
Bei ZDNet gefunden: erste Untersuchungen von News-Readern durch Bill Auger von der Sicherheitsfirma SPI Dynamics zeigen erhebliche Lücken vieler Programme. JavaScript in einem eingelesenen Newsfeed wird in vielen Readern anscheinend ungeprüft ausgeführt.
Attackers could insert malicious JavaScript in content that is transferred to subscribers of data feeds that use the popular RSS or Atom formats.
The problem doesn't affect only blogs--any kind of information feed using any kind of format could potentially be used to transmit malicious content to a subscriber. People, for example, subscribe to mailing lists and news Web sites via RSS.
SPI Dynamics examined a number of online and offline applications used to read RSS and Atom feeds. In many cases, any JavaScript code delivered on the feed would run on the user's PC, meaning it could be vulnerable to attack.
Die Ursachen dieser Issues sind auch klar: die Programme verarbeiten unerwartete Daten (also z.B. JavaScript) nicht richtig, ein Problem, das ich immer wieder bei allen möglichen Programmen feststellen kann.
Many of the popular feed reading applications are faulted because the designers have failed to add valuable security checks, Auger said. In particular, the applications should not allow JavaScript that is included in feeds to run. Instead, it should be filtered out, he said.Der gleiche Design-Fehler, ungenügene Datenüberprüfung, ist Ursache für viele verschiedene Angriffsarten wie SQL Injection, Cross Site Scripting und einige der intelligenteren Phishing-Angriffe.
Bei den gefundenen Lücken in Feed-Readern sind natürlich insbesondere Browser-Plugins gefährdet, da hier über eingeschmuggeltes JavaScript auch der Browser angegriffen werden kann. Noch schlimmer: einige Reader nutzen die Funktionen des Internet Explorers, und umgehen dabei die Browser-internen Abschottungen:
Additionally, some reader software on Windows systems uses Internet Explorer to display feed content, but doesn't use basic security settings that isolate the content. Instead, the JavaScript is downloaded to the PC and has full access, which can fully expose a person's PC.SPI Dynamics hat einige Möglichkeiten aufgeführt, wie Angreifer diese Lücken ausnutzen können:
Ein weiteres Angriffsszenario kombiniert diese Lücken mit einem Problem, das gerade auf meinem Schreibtisch auf eine Lösung wartet: Injection-Lücken in den Server-Funktionen, die Feeds erzeugen. Wenn solche Feed-Provider-Funktionen XML-Injection-Lücken haben, können Angreifer diese Funktionen mit zusätzlichem XML aufrufen, dieses zusätzliche XML wird als Teil des Feeds wieder ausgegeben. So können selbst Feeds von vertrauenswürdigen Stellen plötzlich gefährliche Inhalte liefern.Attackers could exploit the problem by setting up a malicious blog and enticing a user to subscribe to the RSS feed. More likely, however, they would add malicious JavaScript to the comments on a trusted blog, Auger said. "A lot of blogs will take user comments and stick them into their own RSS feeds," he said.
Also, attackers could send malicious code to mailing lists that offer RSS or Atom feeds and commandeer vulnerable systems that way, Auger said. Feeds are popular because they let people consolidate information streams from multiple sites, such as blogs, in one application, called a feed reader, removing the need to surf to multiple sites.
Gerade Feed-Aggregatoren (so wie z.B. A9) können da als Angriffspunkt dienen: der Nutzer muss gar nicht mehr auf einen Link klicken, den er per Mail erhält. Er aggregiert (scheinbar) vertrauenswürdige Feeds, die sogar von der richtigen Stelle kommen. Das diese Feeds bei der Registrierung bei A9 eine gefährliche Payload erhalten haben, kann man nicht feststellen. Und wer kann den schon überprüfen, wer einen Feed bei einem solchen Aggregator anmeldet ?
Donnerstag, August 10, 2006
heise.de: Online-Zeitungen bremsen den Zeitungsleserschwund
heise.de verweist auf eine interessante Studie des "Pew Research Center For The People And The Press", die den Informations-Konsum von Amerikanern über verschiedene Kanäle untersucht hat
Vor zehn Jahren haben etwa 2 Prozent der erwachsenen US-Amerikaner mit "gewisser Regelmäßigkeit" Nachrichten im Internet nachgelesen. Heute, zehn Jahre später, ist der Anteil ... auf 31 Prozent angewachsen.
Soweit keine Überraschung, vor 10 Jahren ist das Internet schließlich noch deutlich weg gewesen von dem, was heute machbar ist. Zum einen ist natürlich die Durchdringung des Internets in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen, von etwas außerhalb des Techie-Kreises kaum Bekanntem zu einem Massen-Phänomen.
Hinzu kommt die deutlich höhere Nutzbarkeit des Internets. Personalisierte Nachrichten bei Google, News-Feeds, WikiNews, Aggregatoren, letzlich auch Blogging, all das ist erst in den letzen Jahren gekommen und hat das Konsumieren von Nachrichten über das Medium 'Internet' deutlich einfacher und komfortabler gemacht.
Der Aufstieg des Internets hat ... aber nicht dazu geführt, dass die Nachrichtenrezeption der US-Bürger seit den 90er-Jahren insgesamt zugenommen hat – im Gegenteil: Im Mai 2006 haben 81 Prozent der 3024 Befragten gesagt, dass sie sich am Vortag mit Nachrichten aus dem Radio, Fernsehen, der Zeitung oder dem Internet versorgt haben, im Januar 1994 waren es noch 90 Prozent.
Auch das ist wenig überraschend. Das Nachrichten-Bedürfnis konnte bereits 1994 ausreichend gedeckt werden, Fernsehen, Zeitungen, Radio haben für die meisten Menschen ausreichende Möglichkeiten gegeben. Mit dem Hinzukommen des Internets haben die Menschen kein höheres Informations-Bedürfnis, sie versorgen es nur anderns: in einem 'gesättigten' Markt werden zusätzliche Kanäle immer die bereits bestehenden Kanäle 'kannibalisieren'.
Die wirkliche Überraschung ergibt sich gerade dort, wo man es eigentlich nicht erwarten würde
Online-Zeitungen helfen dabei, den Leserschwund aufzuhalten, ergab die Auswertung weiter, und zwar ausgerechnet in der Altersgruppe, die von jeher nicht für eine übermäßige Zeitungslektüre bekannt war. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen ist der Anteil der Zeitungsleser mit 29 Prozent gegenüber 1996 stabil geblieben, während er in allen anderen drei Altersklassen um jeweils mindestens 9 Prozentpunkte zurückging. Zwar haben von den jüngsten nur 20 Prozent angegeben, eine Print-Zeitung gelesen zu haben, aber 7 Prozent haben eine Online-Ausgabe gelesen und 2 Prozent in beiden Versionen. Das hat zu dem Ergebnis geführt, dass heute mehr US-Amerikaner im Alter von 18 bis 24 Jahren Zeitung lesen als vor zehn Jahren.Das gerade die junge Handy-Generation auf den klassischen Journalismus setzt, hat mich dann doch schon etwas überrascht. Die Empfehlung für jede Zeitung kann aber nur sein: kümmert euch um euer Online-Angebot...

